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„Caged“ (Inhaltsverzeichnis) |
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0. Grundsätzliches zur Zauberberg-Trilogie lesen Sie hier
1. Caged - Zauberberg-Trilogie Teil II (mehr)
2. Hörbeispiele (mehr)
3. Inhaltliche Aspekte: ausgewählte Verweise & Inspirationen (mehr)
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1. Caged - Zauberberg-Trilogie Teil II |
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I
Teil eins „Die Toteninsel“ war eine Art Inventur:
- wo stehe ich?
- welche Mittel stehen mir zur Verfügung ?
- wo möchte ich hin ?
- mit welchen Mitteln kann ich mich in diese
Richtung bewegen ?
Nach der Abschluß der „Toteninsel“ traf ich die
grundsätzliche Entscheidung, die Eigenerwartung hinsichtlich
schneller veröffentlichungsreifer Kompositionen möglichst weit
hinten an zu stellen und dafür den Aspekt des Forschens weiter in
den Vordergrund meiner Perspektive zu stellen. Forschen hieß für
mich neben dem Experimentieren vor allem: lernen. Studium von
Kompositionstechniken, Instrumentenkunde und Arbeit mit Musiker-innen,
mit dem Ziel, gemeinsam zu signifikanten Ergebnissen zu kommen. Mein
Ziel für jedes nächste (Teil-) Projekt sollte eine konsequent
eindeutige Formensprache sein, die (anders als bei der
„Toteninsel“) durch eine strikt begrenzte Auswahl der
Produktionsmittel realisiert werden sollte.
II
Zwischen September 2001 und Juli 2002 befasste ich mit einem
musikalischen Projekt, dass ich „caged“ nannte. Ich
untersuchte die Frage:
Wie könnte das Innenleben, Seelenleben
einer Person klingen, die „der Welt abhanden gekommen“
ist?
Im ersten Schritt notierte ich musikalisches (Solo-) Material für
Tenor- und Sopransaxophon, (präpariertem) Klavier, Cello, Violine
und Xylophon, das ich später von den Musikern im Studio gespielt,
auf Harddisk aufnahm.
Dabei bediente ich mich der Kompositionstechnik, die John Cage bei
seinen „number pieces“ anwandte: die einzelnen Töne der
Partitur müssen innerhalb eines definierten Zeitraumes gespielt
werden, wobei der Spieler innerhalb dieser Vorgabe über Länge
und spieltechnische Interpretation des Notenmaterials selbst
entscheidet.
Wichtig dabei war an allererster Stelle der atmosphärische Ausdruck
beim Spielen, das permanente Spannungsverhältnis Geist-Körper:
wie setzt beispielsweise ein Saxophonist die Vorstellung einer
seelischen Qual, bei völliger körperlicher Lethargie um? Kann
ein Cello „Atemnot“ herstellen oder eine für Violine
geschriebene Tonreihe eine „zerquetschte
Sehnsucht“?
Diese Aufgabenstellung verlangte von den beteiligten Musikern
höchstes Engagement, Einfühlungsvermögen und den Willen, an
die Grenzen Ihrer persönlichen Erfahrungen und ihrer
spieltechnischen Möglichkeiten zu gehen.
Im zweiten Schritt konnte ich nun von diesem reichhaltigen Tonmaterial
ausgehen und begann, einzelne Partikel aus der
„grossen Partitur“ durch digitale
Schnitttechniken zu kombinieren. Die unabhängig voneinander
eingespielten („autistischen“)
Mikrokompositionen ( kein Spieler sollte durch den Vortrag eines
Anderen in seiner eigenen Interpretation beeinflusst werden) kamen
miteinander in Berührung, „reagierten“
miteinander, wurden zum Teil auf vielfältige Art manipuliert und
verfremdet, bis am Ende ein in drei Sätze gegliederter
Klangkörper entstand, der in seiner Gesamtheit die Komposition
„caged“ ergab.
Bewusst verzichtet wurde auf den Einbau von erklärenden, die
Hörer-innen „entspannenden“ dramaturgischen Elementen
wie Text/Sprache, konkrete Umweltgeräusche oder elektronische
Klangerzeuger, da ja gerade über die Realität eines
konkret-„un-erhörten“, eines
„haltlosen“ inneren Zustandes klanglich verhandelt werden
sollte.
Der Endmix der vorliegenden CD entstand im September 2002.
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2. Hörbeispiele |
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Audiofile 1: „caged“ Exzerpt aus dem 1. Satz
(08:11-11:32)
[MP3]
[RA]
Audiofile 2: „caged“ Exzerpt aus dem 2. Satz (17:01-19:13)
[MP3]
[RA]
Audiofile 3: „caged“ Exzerpt aus dem 3. Satz
(03:00-07:26)
[MP3]
[RA]
Die Sound-Beispiele benötigen entweder einen MP3- oder den
RealPlayer (www.real.com), zum Anhören (korrekte
Einbindung im Browser vorrausgesetzt) jeweils auf den "[MP3]" oder den
"[RA]"-Link hinter dem Titel klicken.
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3. Inhaltliche Aspekte: ausgewählte Verweise & Inspirationen |
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I
01: Deodato di Orlandi: Trauernder Johannes, letztes Viertel 13.Jahrhundert
02: Albrecht Dürer: Selbstbildnis, um 1492
03: Johann Heinrich Füssli: Das Schweigen, um 1788/1801
04: Caspar David Friedrich: Abtei im Eichwald, 1809
05: Guillaume-Benjamin Duchenne: Persönliches Fotoalbum, 1855/56
06: Ron Mueck: Ohne Titel, 2000
07: Igor & Svetlana Kopystiansky: Flow, 2002
08: Gerhard Richter: Tote, 1988
II
Literatur:
Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes (Suhrkamp, 1979)
Erich Fromm: Haben oder Sein (dtv, 1979)
Klaus Ottomeyer: Ökonomische Zwänge und menschliche Beziehungen (rororo, 1977)
Max Frisch: Stiller (Suhrkamp, 1958)
Heinrich Böll: Ansichten eines Clowns (dtv, 1967)
Ingeborg Bachmann: Malina (Suhrkamp, 1971)
Thomas Bernhard: Das Kalkwerk (Suhrkamp, 1973)
Helmut Krausser: Thanatos (Luchterhand, 1996)
Michel Houellebecq: Elementarteilchen (DuMont, 1999)
III
Musik:
Ludwig van Beethoven: Klaviersonate No 31 As-dur op.110
Robert Schumann: Gesänge der Frühe op. 133
Gustav Mahler: Ich bin der Welt abhanden gekommen
György Ligeti: Lontano
Pink Floyd: The Wall
Film:
Andreij Tarkowskij: Der Spiegel, Stalker, Nostalghia
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