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Na sowas, ein neues Album von Cosmic Baby, dem Mann der in der
Technogründerzeit Trance geprägt hat wie kaum jemand sonst
und der seit Ende der Neunziger nichts mehr unter diesem Namen
veröffentlicht hat? Ja und nein. Ja, weil es ein komplettes Album
mit ausschließlich unveröffentlichten Studiotracks
ist. Nein, weil alle Titel zwischen November 1997 und Januar 1999
entstanden und sogar der damals finale Mix belassen wurde. Das Album
entstand damals als Entspannung parallel zum ambitionierten und
gänzlich gescheiterten Konzeptalbum „Heaven“ hat aber
musikalisch kaum etwas damit gemeinsam. Im Gegenteil, Cosmic hat sich
für „Industrie und Melodie“mit Keyboards der
Siebziger Jahren einen eigenen Arbeitsplatz eingerichtet um den
musikalischen Helden seiner Jugend zu huldigen, allen voran
Kraftwerk. Und das ist gelungen, man hört geradezu wie sich fast
kindliche Spielfreude mit großem Respekt vereinen. Dezent blitzt
die Handschrift von Cosmic Baby im erfrischend zeitlosen (wenn man es
nicht weiß, hört man keineswegs, dass das Album bereits
sieben Jahre alt ist) Electropop auf, die Hommage an Kraftwerk geht
bis in die Linernotes und der Titeltrack ist musikalisch und textlich
(„vollkommen ist die illusion, durch marketing in
perfektion.“) vielleicht der beste Kraftwerksong aller Zeiten,
der nicht von Kraftwerk stammt. Dass Cosmic Baby kein simples
Epigonentum nötig hat, dürfte außer Frage stehen und
was bitte spricht gegen ein gut produziertes, respektvolles
Kraftwerk-Tribute Album voller kleiner Hits und vielseitiger Ideen?
Nichts, also Höchstpunktzahl.
Hauke Schlichting, Raveline 2/07

Back 2 Basics, so könnte man meinen, war hier das Motto. Sowohl
Tempo als auch Sound der 90er werden hier fast völlig
ausgeblendet. Musikästhetisch bewegen sich nahezu alle Tracks in
den Anfangstagen elektronischer Tanzmusik. Wenn ich es nicht besser
wüsste, ich würde einige Titel bei bloßem Hören
den Altvorderen von Kraftwerk zuordnen. Teilweise glaubt man sich in
einem düsteren EBM-Schuppen voller schwitzender Kerle wieder zu
finden und teilweise rast man als Tron-Member durch die virtuelle
Welt, wie man sie sich in den 80ern vorstellte. Ab und zu linst dabei
Torsten Fenslau a la Force Legato aus den Boxen. Kühle Sounds
abstrakter Rhythmen treffen auf warme Flächen. Über
grobmotorischen Beats tänzeln leichtfüssig filigrane
Figurationen. Wenn Zukunft, dann so!
Frank Hilpert, Freshguide 02/07

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